Dr. Alex von Frankenberg im Interview

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Campus Founders? Unterstützung vor Ort ist entscheidend für den Erfolg der Gründerszene!

Dr. Alex von Frankenberg ist Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds und seit 2000 im Venture Capital & Startup Umfeld tätig. Alex gilt als einer der erfahrensten und profiliertesten Experten im Bereich Risikokapital und weiß genau, auf was es bei einem erfolgreichen Startup ankommt. Im Interview spricht er mit uns über Startups als sein Herzensthema & den USP des High-Tech Gründerfonds, die Bedeutung der Campus Founders für Deutschland und natürlich die Relevanz von “Corona” für die gesamte Branche.

Lieber Alex, du bist Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds und das schon seit 2005. Kannst du überhaupt in Worte fassen, was mit der „Startup-Szene“ passiert ist?

Alex: Wir sehen einen beeindruckenden Boom, der sich in den letzten Jahren noch beschleunigt hat. Überall in Deutschland entstehen immer mehr und immer bessere neue Unternehmen, denen es zunehmend gelingt, sehr relevante Erfolge zu erzielen: Sowohl operativ als auch was die Akquisition von Finanzierungsrunden betrifft bis hin zu Exits. Wir schließen zu den führenden Ökosystemen wie dem Silicon Valley auf, der Abstand ist kleiner geworden.

Was fasziniert dich ganz persönlich am Thema „Startup“?

Alex: Man lernt jeden Tag Neues. Neue Technologien, Geschäftsmodelle, neue Wege Unternehmen aufzubauen. Und in Summe geht es aufwärts, auch wenn einzelne Unternehmen scheitern. Jeden Tag erleben wir sehr viel positive Energie.

Und wie siehst du deine Rolle als „Risikokapitalgeber“? Oder würdest du dich anders bezeichnen?

Alex: Vielleicht eher Dirigent: Das Orchester macht die Musik, wir helfen nur dabei alles zu koordinieren. Geld ist dabei nur eine Komponente, viel wichtiger in vielen Fällen ist die inhaltliche Unterstützung und die Motivation der Gründer*innen. Wir nehmen gemeinsam Chancen wahr – also, auch wenn der Begriff zu sperrig ist – Chancenwahrnehmer.

Wofür soll der High-Tech Gründerfonds stehen? Was ist euch und dir wichtig?

Alex: Wir sind regelmäßig der erste, praktisch immer der erste institutionelle Investor. Nachdem ein Startup die allerersten Schritte getan hat, zünden wir mit der Seed-Finanzierungsrunde den Turbo. Was ganz wichtig ist: Wir bringen alle an einen Tisch. Systematisch verknüpfen wir unsere Portfoliounternehmen z.B. mit etablierten Unternehmen, Experten und vor allem mit anderen Investoren, die dann in der Wachstumsphase viel mehr Geld investieren als wir es können.

Obwohl sich das deutsche Startup-Ökosystem enorm wandelt – wird das gesamte Potential der Flächenregionen schon genutzt?

Alex: Wir sind in Deutschland traditionell sehr dezentral aufgestellt. Es gibt nicht ein oder zwei Startup Zentren, sondern ganz viele. Im Prinzip finden wir überall top Gründungen, auch auf dem flachen Land. Natürlich geht da immer noch mehr, wie hier bei euch!

Welche Bedeutung haben für dich Initiativen wie die Campus Founders?

Alex: Gerade für die Entscheidung zu Gründen und bei den ersten Schritten ist viel persönliche Unterstützung vor Ort notwendig. Wir können dies auch mit einem großen Team unmöglich flächendeckend und vollumfänglich leisten. Daher ist Gründungsunterstützung vor Ort ganz entscheidend für den Erfolg der Gründerszene.

Du kennst Campus Founders CEO Oliver Hanisch schon sehr lange. Was kann er persönlich, aber auch mit seiner Erfahrung von 14 Jahren Valley Gründer*innen bieten?

Alex: Oliver ist ein extrem guter Kenner nicht nur der deutschen, sondern vor allem auch der internationalen und US-amerikanischen Gründerszene. Er ist selbst Unternehmer und top vernetzt. Er kann jungen Gründerteams genau die richtigen Hinweise geben und Kontakte herstellen. Und er kann motivieren – das brauchen Unternehmer*innen von morgen!

Glaubst du, dass jeder Mensch als Unternehmer*in geboren wird? Oder kann bzw. muss man das lernen?

Alex: Wie bei allem braucht man ein gewisses Talent. Nicht jeder ist zum Fußballer oder Verkäufer geboren. Und auch nicht jeder hat das Zeug ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Ich glaube aber, sehr viel mehr Frauen und Männer haben ein Unternehmer-Talent, das bislang oft unentdeckt bleibt. Darauf kommt es an: Talente zu entdecken und dann passend zu fördern.

Welche Branchen reizen dich besonders? Wo siehst du als Investor die nächsten Trends?

Alex: Es gibt so viel faszinierendes. Neben den üblichen Mainstream Themen reizen mich ganz besonders Themen und Bereiche, die wirklich neu sind. So neu, dass man zuerst denkt „Was für ein Quatsch!“ Dahinter verbergen sich dann die besten und disruptivsten Innovationen.

Was denkst du – wie gut „verkraften“ unsere deutschen Startups „Corona“? Oder ist es sogar eher eine große Chance?

Alex: Natürlich hat Corona einige Startups auf dem falschen Fuß erwischt. Wenn plötzlich Märkte und damit wesentliche Teile des Umsatzes wegbrechen, dann kann das ein Unternehmen schon aus der Bahn werfen. Insgesamt sehe ich auch sehr viele positive Aspekte: Wir lernen mit unvorhergesehenen Veränderungen besser zurecht zu kommen, die Veränderungsbereitschaft nimmt zu und damit die Chancen, Innovationen zu etablieren. Insbesondere hat Corona alles rund um Digitalisierung beschleunigt. Und ganz viele Themen im Bereich Biotechnologie und Medizintechnik. Ich glaube zumindest mittelfristig sind die Effekte positiv.

Wenn du selbst gründen würdest, in welche Richtung würde es gehen und was wäre dir ganz persönlich dabei wichtig?

Alex: Blockchain. Ganz klar, hier wird das nächste Internet geschaffen. Insbesondere alles rund um Bitcoin ist aus ganz vielen Perspektiven faszinierend. Wir werden hier analog zum Internet die Entstehung von vielen Milliarden Unternehmen sehen.

Vielen Dank, lieber Alex. Wir freuen uns noch viel von dir zu hören und hoffen, dass sich bald die Chance ergibt, dich zu uns nach Heilbronn ins Campus Lab einzuladen! #founderscommunity


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